Seit 2020 haben sich fremdenfeindliche Straftaten fast verdoppelt. Und auch Frauen leben rund 20 Prozent gefährlicher als vor sechs Jahren.
Straftaten gegen queere Menschen – also Lesben, Schwule, Trans- und bisexuelle Personen, oder auch „nur" Menschen, die als queer gelesen werden – haben sich in der Bundesrepublik seit 2020 fast vervierfacht. Von der Gewalt gegen ältere Menschen und Menschen mit Behinderung ganz zu schweigen.
Da stellt sich einem eigentlich nur die Frage des Warums…
Warum…
Das weiß so richtig keiner.
Wobei doch, es weiß eigentlich immer einer.
Dieser Mensch, der es tut.
Dieser eine Mensch, der für sich entscheidet
„ich bin mehr als du"
Dieser Mensch, der sagt ich bin richtig, du bist falsch,
der mit Hass und mit Gewalt,
die Schuld bei anderen Menschen sucht
und alles Fremde blind verflucht
Ja dieser Mensch, der sollte doch eigentlich wissen,
warum das fremde Leid ihn so beflügelt.
Geht dann heim, und klopft sich auf die Schulter.
Fühlt er sich dann ein Stück erfüllter. (?!)
Ganz ehrlich ich glaub dieser Mensch weiß es selbst nicht so genau.
Was bricht in einem Menschen
Bevor der Hass zur Sprache wird
Bevor die Faust das Wort ersetzt
Und die Wut die Liebe hetzt.
Ich glaub es ist ganz selten Stärke
Ich glaub es ist die eigene Angst.
Die jenen Mensch zur Tat bewegt.
Die Angst, dass keiner mehr ihn sieht.
Angst mit allem allein zu sein
Angst vor der Veränderung
Dass die eigene Geschichte die man sich schreibt,
in der, der anderen untergeht.
Diese Angst ist auch nicht unberechtigt.
Das was man fühlt das fühlt man eben.
Doch gibt es falsch, aber auch richtig
Um mit diesem Gefühl umzugehen.
Wer Einsam ist, ist oft verzweifelt.
Wer Einsam ist, der sucht ein Wir.
Ein Wir das dann zuhört und verbindet
Ist das Wir das einen findet.
Und leider ist dieses Wir viel zu oft das Grobe
Eins das brüllt, anstatt zu fragen.
Eins das einen Feind erfindet
Und dabei Verstand verblendet.
Zugehörigkeit heißt dann gemeinsam hassen.
Geeint durch Schreien von Parolen.
Der Halt kommt durch Feindseligkeit
Und dennoch bleibt die Einsamkeit.
Doch entgegen dieser Einsamkeit,
gibt's auch Menschen so wie wir
Und alle die hier stehen… IHR seid auch ein WIR.
Ein Wir das Platz macht, statt zu drängen.
Das im Mensch das Gute sucht.
Ein Wir das fragt, bevor es urteilt.
Ein Wir das Unterschiede feiert.
Wir sind das Wir das aufeinander zugeht
Auch Fremden eine Hand hinreicht.
Ein Wir das keine Feinde kennt
Durch Vielfalt unsere Angst bezwingt.
Seid Teil des Wirs das Worte findet
Zeigt Stärke ganz - ohne Gewalt
Wir sind das Wir das Menschen sieht,
bevor es ihnen schlecht ergeht.
Wir sind das Wir das auf uns achtet
Lassen nicht zu, dass ein Mensch bricht,
Durch das Wir das uns verbindet
Kein Mensch fortan alleine geht.
Heut ist unser Wir ein großes
gefestigt durch Gemeinsamkeit
Wir stehen hier ganz bunt und mutig.
Weil uns alle etwas eint.
Wir schauen uns um und sehen Menschen
Manch einer groß manch andrer klein.
Ich will sie schützen diese Leben.
Und das tu ich der Liebe wegen.
Vorgetragen und geschrieben von Takuma Wohlfahrt